Vorbereitungen der Wachteln für den kommenden Herbst
Man merkt deutlich, dass die Tage kürzer werden und der Spätsommer, nach einem mittelmäßigen Sommer zwar nochmal kurz aufdreht, doch die ersten Nebelfelder sind in den Tälern schon zu erkennen. Die Temperaturen sind zum Teil in der Nacht schon deutlich kälter und die Haltungsbedingungen ändern sich deshalb.
Damit ihre Wachteln gesund, aktiv und stressfrei durch den Spätsommer und kommenden Herbst kommen, sollten Sie einige Vorbereitungen treffen – sowohl was die Gesundheit der Tiere betrifft als auch in Bezug auf Stall, Voliere und Einstreu.
1. Warum der Herbst für Wachteln eine Herausforderung ist
Der Übergang vom Sommer zum Herbst bringt viele Veränderungen mit sich: - Temperaturabfall: Wachteln sind zwar robust, reagieren aber empfindlich auf abrupte Wetterwechsel. - Kürzere Tage: Der natürliche Rückgang der Tageslichtstunden beeinflusst die Legeleistung und das Verhalten der Wachteln. - Erhöhte Feuchtigkeit: Regen und Nebel können das Stallklima verschlechtern und Krankheiten begünstigen. - Parasiten und Krankheiten: Herbst ist eine typische Zeit für Milben und andere Parasiten, die sich durch feuchte Bedingungen schneller ausbreiten.
Wichtig ist also, rechtzeitig gegenzusteuern und das Umfeld der Tiere anzupassen.
2. Gesundheitsvorsorge im Herbst
2.1 Stärkung des Immunsystems
Im Herbst sind Wachteln anfälliger für Infekte. Folgende Maßnahmen helfen: - Vitaminzugaben (WachtelGlück® VitaminTrunk) über Futter oder Trinkwasser. - Kräuter wie WachtelGlück® Oregano oder WachtelGlück® Thymian im Futter wirken antibakteriell und stärken die Abwehrkräfte. - Mineralstoffe wie z. B. WachtelGlück® Wachtelgrit für stabile Knochen und Schalenqualität.
2.2 Parasitenkontrolle
Regelmäßige Kontrolle auf Lästlinge, Federlinge und Würmer.
Gegebenenfalls prophylaktische Behandlungen (z. B.WachtelGlück® GeflügelSpa, Stallausstäuben).
Einstreu häufiger wechseln, WachtelGlück® Waldboden gut pflegen (immer grobe Verschmutzungen absammeln, einmal wöchentlich aufharken) da Feuchtigkeit und Schmutz Parasiten anziehen.
2.3 Gewichtskontrolle und Fütterung
Im Herbst steigt der Energiebedarf der Wachteln. Es wird tendenziell kälter in der Nacht und die Tage werden kürzer. Das ist anstrengend für die Wachteln und der Energiebedarf steigt.
Futter leicht anpassen: etwas fettreicher (z. B. mit Sonnenblumenkernen oder WachtelGlück® Leinkuchen, WachtelGlück® Wildsamen, WachtelGlück® Proteinsnack) und abwechslungsreich.
Dennoch Überfütterung vermeiden – zu viel Gewicht belastet die Tiere.
Gefieder: Glattes, glänzendes Gefieder zeigt Gesundheit; struppiges Gefieder oder Federverlust kann auf Mangelernährung, Parasiten oder Mauser hindeuten.
Verhalten: Wachteln sollten aktiv scharren, picken und wach wirken. Lethargie oder ständiges Sitzen kann auf Über- oder Unterversorgung hinweisen.
Eierleistung: Im Herbst nimmt die Legeleistung meist ab, was normal ist. Plötzlicher Totalausfall ohne Mauser oder Jahreszeitwechsel kann jedoch auf Fütterungsprobleme hinweisen.
Atmung & Lautäußerung: Schweres Atmen oder ungewohnte Laute können erste Krankheitsanzeichen sein.
2.3.1 Wiegen:
Am besten immer zur gleichen Tageszeit (idealerweise abends, wenn die Kropffüllung ähnlich ist).
Eine kleine Digitalwaage (Küchen- oder Briefwaage) reicht völlig.
Wachtel vorsichtig in eine kleine Schale setzen, um Stress zu minimieren.
Richtwerte:
Legewachteln: 250–350 g (je nach Zuchtlinie – mittlere Linie)
Mastwachtel: bis ca. 400 bis 500 g (schwere Linie)
Unter 230 g → mögliche Mangelernährung oder Krankheit.
2.3.2. Kontrollrhythmus:
2–3 Mal pro Monat wiegen, notieren und bei starken Schwankungen Futterplan überprüfen.
Am besten ein kleines Gewichtsprotokoll führen
3. Stall- und Voliere Vorbereitung
3.1 Isolierung und Wetterschutz
Zugluft vermeiden: kleine Ritzen abdichten, aber trotzdem auf gute Belüftung achten.
Dach und Wände überprüfen: Sind sie wasserdicht? Tropfwasser führt schnell zu Schimmel. Prüfe: Sind vielleicht irgendwelche Schäden im Sommer entstanden an Dach, Wänden und Boden?
Windschutz: Meist entfernen die Wachtelhalter die Schutzmaßnahmen aus dem vorherigen Herbst / Winter. Bringe nun wieder Planen oder Plexiglasscheiben an, um Herbststürme, zugiger Wind und Regen abzuhalten.
3.2 Lichtmanagement
Wachteln legen bei weniger als 14 Stunden Licht kaum noch Eier.
Künstliche Beleuchtung (LED oder Sparlampe mit 5 – 6 W) kann helfen, die Legeleistung zu erhalten.
Aber: Pausen sind wichtig für die Gesundheit – eine künstliche Verlängerung sollte überlegt eingesetzt werden. Meist wird das Lichtmanagement unterschätzt. Bei uns Menschen würde man sagen, die Wachteln betreiben Hochleistungssport. Die Legeleistung übers Jahr gesehen ist so zu sehen wie ein Hochleistungssportler, der ganzjährig seine Leistung bringt. Jedes noch so kleine, gelegte Ei kostet der Wachtel Kalzium, Energie und Lebenszeit. Ebenso werden Knochen, Körper, Stoffwechsel und Organe strapaziert. Legepausen entlasten den Körper.
3.3 Sauberkeit und Hygiene
Herbstputz: Vor Einbruch der kälteren Jahreszeit Stall gründlich reinigen.
Kalken oder desinfizieren, um Keime zu reduzieren.
Sitz- und Rückzugsbereiche überprüfen und ggf. erneuern. Heu / Stroh entfernen und erneuern. „Normale Einstreu“ regelmäßig erneuern und Waldboden gut pflegen!
3.4 Struktur und Beschäftigung
Im Herbst verbringen die Tiere mehr Zeit im Stall.
Bieten Sie Sandbäder, Versteckmöglichkeiten (z. B. Tannenzweige), erhöhte Ebenen.
Beschäftigung reduziert Aggressionen und Stress.
4. Einstreuempfehlungen für den Herbst
Die Wahl der richtigen Einstreu ist entscheidend für das Stallklima.
4.1 Geeignete Einstreuarten
Hanfstreu: saugstark, staub arm, geruchsbindend, saugfähig, begünstigt aber Bildung von Verhärtungen mit Kot auf der Oberfläche.
Buchenhack oder Hobelspäne: wärmend, günstig, Staub beachten, nicht sehr saugfähig
Strohpellets: sehr saugstark, hygienisch.
Sand in Badebereichen: wichtig für das Federkleid. Ansonsten als Bodengrund kantig, nicht sehr saugfähig.
Leinstroh: saugstark, staub arm, geruchsbindend, saugfähig, begünstigt aber Bildung von Verhärtungen mit Kot auf der Oberfläche
Waldboden: hohe Saugfähigkeit, Staubarmut, Geruchsneutralisierung und eine gelenkschonende Wirkung. Zusätzlich ist sie oft eine kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zu anderen Einstreumaterialien.
Mittelgrobe Pinienrinde hat gute Saugeigenschaften, ist Staub arm und weich. Pinienrinde absorbiert Feuchtigkeit und gibt diese später wieder frei. Somit ist die Einstreu feuchtigkeitsregulierend.
4.2 Ungeeignete Einstreuarten
Zeitungspapier oder Karton saugen Feuchtigkeit schlecht auf.
Heu kann schimmeln und ist als Bodenstreu nicht optimal.
Stroh kann schimmeln und ist als Bodenstreu nicht optimal.
Rindenmulch kann schimmeln und es können Fremdkörper im Rindenmulch enthalten sein. Ebenso ist Rindenmulch
sauer und kann die Krallen und Ballen reizen.
4.3 Tipps für den Herbst
Einstreu dicker einstreuen als im Sommer – schützt vor Bodenkälte.
Feuchte Stellen täglich entfernen.
Bei starkem Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit öfter komplett austauschen.
Jede Einstreu wird bei ständigem Beregnen nicht lange Freude im Wachtelstall machen. Aus diesem Grund sollten mindestens
drei Seiten plus der Dachteil geschlossen sein. Im Herbst sollte man überlegen, ob die vierte, offene Seite zumindest zum Teil
schließt, damit dort der Regen oder Nässe nicht eindringen kann.
6. Verhalten und Beobachtung
Achten Sie auf Anzeichen von Stress oder Krankheit: struppiges Gefieder, Apathie, weniger Futteraufnahme.
Beobachten Sie das Sozialverhalten: Bei beengten Platzverhältnissen steigt die Aggressivität.
Frühzeitig eingreifen, wenn sich Tiere gegenseitig verletzen.
Mit den richtigen Vorbereitungen sind Wachteln bestens auf den Herbst eingestellt. Ein wetterfester, sauberer und gut strukturierter Stall, die passende Einstreu und eine angepasste Fütterung bilden die Basis für gesunde und zufriedene Tiere. Beobachten Sie Ihre Wachteln aufmerksam, reagieren Sie rechtzeitig auf Veränderungen – dann steht einer erfolgreichen Herbstsaison nichts im Wege.